Meditation

Meditation ist bei mir Bestandteil einer jeden Yogastunde. Ich verstehe Meditation im buddhistischen Sinne und damit als ein Instrument, mit dessen Hilfe sich der eigene Geist und in der Folge auch das ‚große Ganze‘ nachhaltig heilen und verändern lässt.

  • Meditation schult Deine Konzentration. Dein Geist wird ruhiger. Du landest in Dir. In Deinem Mittelpunkt. Im Jetzt.
  • Meditation bringt Dich in Kontakt mit Dir. Du wirst still und ‚hörst‘ Dich wieder. Du nimmst wahr, was sich in Dir bewegt – geistig, emotional, seelisch.
  • Meditation verändert Deine geistigen Gewohnheiten. Du kannst Deinen Geist bewusst mit gesunden Gedanken und positiven Glaubenssätzen füttern.
  • Meditation verändert Deine emotionalen Gewohnheiten. Du kannst lernen, die Resonanz Deiner Gedanken als Gefühl im Körper wahrzunehmen.
  • Meditation führt Dich in die Stille, den ‚heiligen Raum‘. Hier offenbart sich still und leise, dass Du mit allem Sein verbunden und Teil eines größeren Ganzen bist.

 

Konzentration

Meditation ist im Grunde nichts anderes als Konzentration. Das wird bereits deutlich, wenn man Konzentration als willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit definiert. Zum Kern der Sache kommt man, wenn man sich die Ableitung dieses Begriffes von lateinischen Wort ‚concentra‘ vor Augen führt, das in der Übersetzung ‚zusammen zum Mittelpunkt‘ bedeutet. Meditation führt Dich mittels verschiedener Techniken zu Dir selbst, zu Deinem Mittelpunkt, in den gegenwärtigen Augenblick.

Wenn Du mit Meditation beginnst, geht es erstmal darum, den umtriebigen Geist, das Gedankenkarussell zu beruhigen. Theoretisch ist das ganz einfach. Praktisch hat der Stadtmensch von heute damit so seine Schwierigkeiten.

Das liegt unter anderem daran, dass wir in einer Umwelt leben, die der Konzentration auf sich selbst, auf das Wesentliche nicht gerade zuträglich ist. Es braucht einen ablenkungsfreien Raum, um sich konzentrieren zu können. Und genau diesen gibt es kaum mehr. Wir sind über die omnipräsenten Medien einem nicht abreißenden Strom von Informationen ausgesetzt. Das Stadtleben hält uns zusätzlich mit Lärm und Bewegung ‚auf Trab‘. Und das reichhaltige kulturelle und mediale Unterhaltungsprogramm sorgt dafür, dass uns nie langweilig und der Geist konstant beschäftigt ist.

Wenn Du nun geistig andauernd mit irgendetwas beschäftigt bist, kann das zur Folge haben, dass Du Dich selbst in Deinem Inneren gar nicht mehr fühlst. Du verlierst Dich gewissermaßen in den ‚Dingen‘ und büßt dadurch eine Menge Kraft ein, weil es auf Dauer sehr anstrengend ist, wenn Du nicht mehr zu Dir selber findest.

Wenn Du meditierst gibst Du Deinem Geist zwar auch etwas ‚zu tun‘. Nur liegt im diesem Fall der Gegenstand Deiner Konzentration nicht außerhalb Deiner Selbst sondern in Dir. Du lernst, Dich auf Deinen Atem zu konzentrieren und alle anderen Bewegungen Deines Geistes ‚auszublenden‘. Mit ein wenig Übung wird Dein Geist ruhiger. Du kannst aufatmen, durchatmen und Dich endlich wieder da spüren, wo Du im Grunde immer bist: im gegenwärtigen Augenblick, im Jetzt.

 

Kontakt

Das wir andauernd mit etwas beschäftigt sind, hat auch seine Vorteile. Zumindest auf den ersten Blick. In der Stille können nämlich auch Gedanken oder Gefühle auftauchen, die sonst auf ganz ‚angenehme‘ Weise vom Alltagsrauschen übertönt werden. Jeder, der für eine längere Zeit ein Stille-Retreat besucht oder sich im Kloster aufgehalten hat, kennt dieses Phänomen.

Wir beklagen uns gerne darüber, zu wenig Zeit für uns selbst zu haben. Ohne zu verstehen, dass dahinter eine – wenn auch unbewusste – Vermeidungsstrategie steht. Denn wenn diese Zeit dann plötzlich da ist, tritt bei den meisten Menschen statt der ersehnten Ruhe oder Zufriedenheit erstmal alles in den Vordergrund, was der Zuwendung bedarf und im Alltag keinen Raum findet. Meistens sind das Gedanken und Gefühle, mit denen man lieber nichts zu tun haben möchte und sie gerade deswegen im Alltag vermeidet.

Es ist sicher möglich, diesen Gedanken und Gefühlen auch in der Stille aus dem Weg zu gehen. Das funktioniert meistens so, dass Du ihnen über die Konzentration auf den Atem die Energie entziehst – sie also gewissermaßen ‚wegatmest‘. Oder auch darüber, dass Du Dich auf den Teil in Dir konzentrierst, der unverletzt, heil und lichtvoll ist. Solange es dabei weiterhin um Vermeidung geht, halte ich persönlich davon nichts.

Wenn Du an Deinem Lebens- und Identitätsgefühl nämlich wirklich etwas verändern möchtest, geht das nicht über die Vermeidung sondern nur über die Integration all dieser vermeintlich negativen Dinge. Und Integration setzt voraus, dass Du den Kontakt, die Berührung wagst. Alle Märchen und Mythen berichten davon. Du musst den ekligen Frosch küssen, wenn Du den Prinzen entdecken willst. Wenn Du den Drachen töten willst, musst Du ihn ansehen. Deine größten Ängste sind die Hüter Deiner größten Schätze. Der Weg führt durch die Dunkelheit ins Licht. So sind die ‚Spielregeln‘. Unverändert seit Jahrtausenden.

Die ‚Mohrrübe‘, die man sich an dieser Stelle vor den ‚Karren‘ spannen kann: wenn Du die Berührung mit dem wagst, was Du vielleicht lieber nicht fühlen möchtest, wird Dein Mut dadurch belohnt, dass Du in der Folge tiefer in Kontakt damit kommst, was Du unbedingt fühlen willst! Leid und Freude sind in diesem Sinne tatsächlich keine Gegensätze. Sie bedingen einander. Je tiefer Du den Kontakt zu den vermeintlich dunklen Anteilen Deiner Seele wagst, desto mehr Lebendigkeit und Lebensfreude werden Dir zuteil.

 

Veränderung geistiger Gewohnheiten

Meditation kann Dir dabei helfen, Deine eigenen, der Lebensfreude nicht unbedingt zuträglichen Gedanken und Glaubenssätze zu erkennen. Diese Erkenntnis ist die erste Voraussetzung für wirkliche Veränderung. Du weißt jetzt um Deinen Standpunkt und kannst Dich von diesem ausgehend neu orientieren.

Das missliche an dieser Stelle ist, dass die Erkenntnis allein noch nicht dafür sorgt, dass Du wirklich anders denkst und fühlst. Diese alten Muster lösen sich nämlich keineswegs von alleine auf. Sie sind das Ergebnis einer meist jahrzehntelangen geistigen und körperlichen Konditionierung. Wenn Du etwas Bestimmtes immer wieder denkst, bilden sich in Deinem Gehirn nämlich entsprechende Schaltkreise oder auch neuronale ‚Autobahnen‘. Dein Gehirn kennt die ‚Strecke‘ und fährt sie irgendwann ‚blind‘. Immer und immer wieder. Einfach aus Gewohnheit. Selbst wider besseres Wissen, sprich wider der Erkenntnis.

Die gute Nachricht an dieser Stelle: Du kannst in Deinem Gehirn neue, bessere ‚Autobahnen‘ bauen. Alles, was es dafür braucht, ist eine gewisse Entschlossenheit und ein bisschen Disziplin. Du kannst zum Beispiel negative durch positive Glaubenssätze ersetzen und Dich in der Meditation darauf konzentrieren, diese neuen Glaubenssätze immer und immer wieder zu denken. Wenn Du das lange genug machst, veränderst Du in gewisser Weise die Architektur Deines Gehirns. Das braucht eine gewisse Zeit, aber es funktioniert. Und wenn die neue und bessere Autobahn erstmal fertig ist, merkst Du das daran, dass sich Dein Lebensgefühl tatsächlich zum Positiven verändert.

 

Veränderung emotionaler Gewohnheiten

Wenn Du anfängst, anders zu denken, hat das irgendwann zur Folge, dass Du auch anders fühlst. Jeder Gedanke löst vereinfacht ausgedrückt eine bestimmte chemische Reaktion im Körper aus, die Du dann als ein bestimmtes Gefühl interpretierst und wahrnimmst. Wenn Du immer wieder negative Gedanken hast, reagiert Dein Körper mit negativen Gefühlen. Wenn Du dagegen vermehrt positive Gedanken einübst, reagiert Dein Körper mit positiven Gefühlen.

Mediation lehrt Dich, diese unmittelbare Wechselwirkung zwischen Geist und Körper immer feiner wahrzunehmen. Du spürst dann, was Du Dir und Deinem Körper mit negativen ‚Endlosschleifen‘ antust. Und Du erlebst die Freude und die Freiheit, die sich einstellen, wenn Du mit dieser Form von ‚Selbstboykott‘ einfach aufhörst und stattdessen lichtvolle und zärtliche Gedanken in Deinem Geist etablierst.

 

Stille

Jeder, der zu konzentriertem Tun in der Lage und an solches gewöhnt ist, weiß um das stille Glück, das darin zu finden ist. Jeder Künstler weiß, dass sich auf der Höhe des kreativen Schaffensprozesses die Konzentration verdichtet. Und das aus dieser Verdichtung heraus etwas in die Welt findet, geschaffen wird, das nicht ausschließlich ‚menschgemacht‘ ist. Man ist in solchen Momenten seiner Individualität auf gute Art und Weise beraubt und weiß sich eingebunden in ein größeres Ganzes.

Wenn das Gedankenkarussell in der Meditation zur Ruhe kommt, kann sich auch hier diese Stille, dieser ‚heilige Raum‘ öffnen. Er offenbart sich als Ahnung, als Flüstern der Seele, als leises Erinnern. Niemals wirklich greifbar und dennoch ungeheuer kraftvoll, präsent und nährend.

Die bewusste Bezugnahme auf diese ‚Ebene‘ des Seins, auf diesen Raum, kann enorm entlasten. Er war schon immer da. Er ist jetzt da. Er wird immer da sein. Du selbst bist in diesem Raum enthalten und gehalten. Genauso wie dieser Raum in Dir enthalten und gehalten ist. Du selbst bist unentbehrlicher Bestandteil dieses Raumes. Genauso wie dieser Raum unentbehrlicher Bestandteil Deiner selbst ist. Trennung ist die Illusion und Verbundenheit die ‚Wahrheit‘.

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